weintester
Mitglied seit:
06.05.2003
Beiträge: 172
Beitrag
melden |
verfasst
am 10.07.2003 um 00:00:00 Uhr | Titel: Kartoffelgeschichten I
Die Geschichte der Kartoffel beginnt in Deutschland mit einem Missverständnis. Ihr Name geht zurück auf das ältere Tartuffel, und das kommt aus dem Italienischen. Dort heißt es tartufo beziehungsweise tatufolo, was soviel heißt wie Trüffel. Wie das passieren konnte? Ganz einfach: Die beiden Fruchtkörper sehen sich ganz einfach ähnlich. Sprachlich integriert hat man die Kartoffel schließlich, indem man sie mit einheimischen Früchten zu beschreiben versuchte. So entstanden je nach Region und Mundart Ausdrücke wie „Erdapfel“, „Bodenbirnen“ oder „Grundbirnen“.
Ganz so einfach ist es nun aber doch nicht. Die Kartoffel hat nämlich botanisch einen richtig vornehmen Namen: sie heißt „Solanum tuberosum subspecies tuberosum L.“ Jawoll! Mit am Familientisch der Nachtschattengewächse sitzen Tomaten, Auberginen und Paprika. Im praktischen Anbau wird eine Mutterknolle gepflanzt, nur bei der Neuzüchtung werden getrocknete Samen ausgesät, die in Beeren heranreifen, ähnlich der Tomate. Neben dem oberirdischen Kraut entwickeln sich unterirdische Ausläufer, die so genannten Stolonen. Diese verdicken sich, und es entstehen neue Knollen.
Quelle: Kalender 2003 der Avacon AG, Helmstedt, bearbeitet durch weintester
_________________
|