sibylle
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verfasst
am 29.12.2005 um 12:42:49 Uhr | Titel: Saisonthema: Silvester - Wissenswertes
Wissenswertes über Silvester
Der letzte Tag des Jahres, der 31. Dezember, wird im westlichen Sprachraum Silvester (Silvester = Waldbewohner, vom lateinischen silva – Wald), in einigen Gegenden auch Altjahrsabend genannt.
Die Schreibweise „Sylvester“ für das Fest ist zwar weit verbreitet, aber falsch.
Die Namensbezeichnung dieses Tages geht auf das Jahr 1582 zurück. Zu diesem Zeitpunkt wurde der letzte Tag des Jahres vom 25. Dezember auf den 31. Dezember verlegt, dem Todestag des Papstes Silvester I. im Jahre 335. Es war das Jahr der Kalenderreform. Der Julianische Kalender wurde durch den Gregorianischen (benannt nach dem damaligen Papst Gregor XIII.) abgelöst. Hierbei ging es im Wesentlichen darum, dass das gemessene Jahr dem astronomischen wirklich entsprach. Die Frühlings-Tag-Nacht-Gleiche sollte wieder auf den 21. März fallen, wie es im Jahre 325 festgelegt worden war. Der Julianische Kalender war gegenüber der wirklichen Dauer eines Jahres um elf Minuten und vierzehn Sekunden zu lang, daher summierten sich diese Minuten und Sekunden innerhalb von 128 Jahren zu einem vollen Tag. Im Jahre 1582 gab es schon 10 überzählige Tage, die von Papst Gregor kurzerhand entfernt wurden, indem er in diesem Jahr auf den 4. gleich den 15. Oktober folgen ließ.
Schrecken verbreiten, Lärm schlagen und Krach machen gehören zum ältesten Brauchtum in der Silvesternacht; in alten Zeiten wurden so die bösen Geister vertrieben. Im Mittelalter, bis in die heutige Zeit hinein, ist es vor allem das Kirchengeläut, mit dem das alte Jahr verabschiedet und das neue begrüßt wird. Das Schießen mit Böllern und Gewehren kam mit der Verbreitung des Schwarzpulvers auf. Vor allem in der Alpenregion wird das neue Jahr mit Peitschengeknall angekündigt. Dieser Brauch erinnert an den germanischen Ritus zur Vertreibung böser Geister in den Raunächten. Die Raunächte beginnen am Abend des 25. Dezember und dauern bis zum 6. Januar, sind also die letzten sechs Nächte im alten und die ersten sechs Nächte im neuen Jahr. Vorchristliches und uraltes Brauchtum ranken sich um diese 12 Nächte, in denen nach germanischem Glauben das wilde Heer von Odin durch die Luft fährt und jeden mitreißt, der ihm begegnet. Auch Perchta, bekannt aus dem Märchen als Schnee erzeugende Frau Holle, zieht in diesen Nächten mit ihren Kindern umher.
Zum Jahresausklang schaut man gerne in die Zukunft. Man möchte wissen, was das neue Jahr bringen wird. Ein immer noch beliebter Silvesterbrauch ist in manchen Regionen das Bleigießen. Vielleicht wird das Blei als Symbol für alles Schwere und Belastende angesehen, das man im alten Jahr zurücklassen will. Auch die vielfältigen kulinarischen Bräuche zum Jahreswechsel sollen Einfluss auf das neue Jahr nehmen. Als Symbol für Überfluss und Fruchtbarkeit, die einem das neue Jahr bescheren soll, ließ man früher Reste der Silvesterspeisen bis zum Neujahrsmorgen auf dem Tisch stehen.
In vielen Regionen Deutschlands ist Geflügel zum Jahreswechsel vom Speiseplan gestrichen, weil mit dem Federvieh auch das Glück im neuen Jahr davonfliegen könnte. Die Rheinländer allerdings versuchen mit ihrer Neujahrsgans dem Schicksal zu trotzen. Fisch, insbesondere der Karpfen, wurde längst zur Tradition. Und vergessen Sie nicht: eine Schuppe des Karpfens im Portemonnaie garantiert einen immer prallvollen Geldbeutel! Sie können es aber ebenso mit Sauerkraut versuchen. Auch Linsen, Erbsen oder Möhren, in der Silvesternacht gegessen, sorgen dafür, dass das Kleingeld im neuen Jahr nicht ausgeht!
... und denken Sie daran:
Silvesternacht, ob düster oder klar,
deutet auf ein neues Jahr!
Wie wahr, wie wahr!
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