sibylle
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verfasst
am 17.11.2005 um 14:12:45 Uhr | Titel: Saison-Thema: Kleine Geschichte der Suppen und Eintöpfe
Kleine Geschichte der Suppen und Eintöpfe
Das Wort Suppe kommt aus dem Mittelhochdeutschen und leitet sich ab von supen, also: saufen.
Nicht erst vor etwa ca. 7000 - 9000 Jahren, nämlich mit der Erfindung des gebrannten Tons, aus dem man Gefäße herstellte, wurden Suppen gekocht, sondern schon lange Zeit vorher, seit der Mensch herausfand, wie man Feuer macht. Man erhitzte Steine im Feuer und warf sie, wenn sie glühten, in einen mit Wasser gefüllten Lederbeutel oder eine Blase. Dort hinein kamen Kräuter, wildes Getreide und bestimmt auch Fleisch.
In der Antike und im Mittelalter waren Suppen von breiähnlicher Konsistenz. Man aß sie mit den Händen, bevor man Muschelschalen oder Holzlöffel nahm.
Hülsenfrüchte und Getreide bildeten die Grundlage der Suppen bei Griechen, Römern und Germanen. In England wird bis heute noch eine Art Getreideschrotbrei, Porridge, zum Frühstück gegessen.
Im Mittelalter war das Pot au feu beliebt; es wurde auf dem Lande mit allem hergestellt, was die Ernte einbrachte. Fleisch war eher eine Seltenheit.
Im 16. Jahrhundert entdeckte der Adel die Suppe für sich. Sie wurde nun feiner und erlesener. Zutaten wie Wild, Geflügel und fernöstliche Gewürze machten aus der Suppe eine Delikatesse. Serviert wurde sie dementsprechend in Terrinen aus Silber und Gold, später in feinem Porzellan.
Im 18. Jahrhundert führte Sir Benjamin Thompson, Graf von Rumford, den Eintopf als Massenspeisung zur Bekämpfung des Hungers in Bayern ein. Der Eintopf bestand nun aus einer Knochenbrühe mit Kartoffeln, Graupen und Erbsen. Entstanden war so die berühmte Rumfordsuppe, im Volksmund Rumfutsch genannt. Allerdings erhielt die Suppe dadurch auch den Stempel des Arme-Leute-Essens und in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts war der Eintopf oder die Suppe kaum noch auf dem Esstisch zu finden.
In den letzten Jahrzehnten jedoch hat sich ihr Image stark verbessert. Suppen sind international, jedes Land hat seine eigenen Spezialitäten. Ob Vichyssoise, die Kartoffel-Lauch-Suppe der Franzosen, Minestrone, der Gemüseeintopf der Italiener oder Borschtsch, der Rote-Bete-Eintopf der Russen, überall in der Welt sind diese Suppen bekannt. In Deutschland gibt es zahlreiche regional unterschiedliche Suppen und Eintöpfe.
Eine Suppe wärmt den Magen, wirkt als Seelentröster und gilt sogar als Allheilmittel bei Erkältungskrankheiten, denkt man dabei etwa an die Hühnerbrühe.
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