Ein schöne Geschichte über Herrn Müller
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hoppel
Mitglied seit:
21.02.2005
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verfasst
am 04.11.2005 um 18:56:36 Uhr | Titel: Ein schöne Geschichte über Herrn Müller
Eine schöne Geschichte über Herrn Müller
Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus
Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.
Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von
Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen,
wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter
Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die
Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt
dafür, daß sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.
Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar der
Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein
Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut
eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im
Osten.
Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel
zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren,
aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.
Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze
haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.
Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie
genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post
gebracht und abgeschickt.
Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren
von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen
Euro geschickt.
70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel
Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.
Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute
eingestellt. Hurra, Herr Müller. Nachdem die neue Fabrik von Herrn
Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt,
daß er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele
Fabriken und Milchprodukte.
Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom
Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist
nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.
Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.
Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist
ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die
steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie
gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der
Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er
hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.
Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon
gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen habt,
als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.
Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig
einen Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller für
jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.
Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.
Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm
geht.
Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür,
daß es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.
Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn
Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein,
das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller
seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind
praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus.
Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da
spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen
wir alle.
Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr
Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß ich
euch sagen, daß man so etwas einfach nicht tut.
Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch
einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die
Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens
billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für
den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.
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Wenn ein Kopf besonders hoch getragen wird, ist er wahrscheinlich hohl.
(Helmut Qualtinger, österr. Schauspieler, 1928-1986) |
Paperkite
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01.10.2003
Beiträge: 872
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verfasst
am 27.01.2006 um 22:58:51 Uhr | Titel:
Hab ich das geschrieben? NÖÖÖ, HAB ICH NICH! Klang aber fast so. Nun, vielleicht hat der Autor die selben Vorlieben im Sprachstil wie dat Paperle. (Dem wurden auch schon Beiträge bei http://kamelopedia.mormo.org/index.php/Hauptseite
angedichtet, was aber nicht richtig ist. Obwohl Herr Paperkite darauf sehr stolz sein würde!)
Nun ist es leider so, ich kaufte bisher kaum diese Müllerprodukte, ich müsste also erstmal einige Palletten kaufen, damit der reiche Müller seine Produktion steigert und sauer wird, wenn ich seine Produkte nicht mehr kaufe und sie sauer werden und er dann auch. Dafür habe ich leider kein Geld. Aber ich werde den Beitrag ausdrucken und bei mir im Seniorentreff auslegen. Vielleicht, vielleicht... Obwohl, ich glaube so an fast garnix. Scvhade eigentlich.
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morticia_lyne
Mitglied seit:
04.11.2005
Beiträge: 213
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verfasst
am 28.01.2006 um 08:30:36 Uhr | Titel:
Ich habe diese Geschichte meinem 10 jaehrigen Sohn und meiner 9 Jaehrigen Tochter lesen lasen.
Meine Tochter ist recht einfach in solchen Dingen, denn sie meinte:
Mama? Wenn ich das richtig gelesen und verstanden habe, dann betruegt und luegt der Hr. Mueller doch!
Mein Sohn hingegen, der von seinem Vater auch oft kleiner Professor genannt wird (warum seht ihr gleich), hingegen meinte:
Aber Mama, das machen doch alle oder? Nennen die das nicht "Witschaft aufschrauben"?
Ich habe gesagt ich antworte jetzt nicht darauf. Ich schreibe ihre antworten hier rein und dann koennen sie selbst schauen, welche reaktionen kommen!
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Nix wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird! Deswegen in diesem Sinne!
Viel Glueck und Liebe Gruesse aus dem fernen Calabrien!
Eure Morticia_lyne |
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