sibylle
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verfasst
am 03.11.2005 um 06:32:58 Uhr | Titel: Saison-Thema: Martini - Wissenswertes über Martini
Martinstag - Martini
Der Martinstag oder Martini ist nach dem hl. Martin von Tours benannt, der um 316 in Sabarina (Pannonien) geboren wurde. Er trat mit ca. 15 Jahren in die röm. Armee unter den Kaisern Constatinus und Julian ein. Sein Name ist übrigens dem röm. Kriesgott Mars gewidmet. Die berühmte Mantelszene, der wir auch den Martinstag zu verdanken haben, trug sich am Stadttor von Amiens zu, wahrscheinlich zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr Martins. Martin sah einen frierenden Bettler, nahm seinen Umhang, zückte das Schwert, teilte den Mantel und gab eine Hälfte davon dem Bettler. Als 18jähriger trat Martin aus der Armee aus, ließ sich taufen und stellte sich in den Dienst der Kirche.
Mit Gänsen hat der hl. Martin eigentlich überhaupt nichts zu tun. Die Legende allerdings besagt, dass Martin, um seiner Wahl zum Bischof zu entgehen, sich in einem Gänsestall versteckt habe, die Gänse aber verrieten ihn aber durch ihr Schnattern. Er konnte der Wahl nicht entgehen und wurde Bischof von Tours. In einer anderen Legende wird behauptet, während einer Predigt Martins seien Gänse in die Kirche gewatschelt, sie wurden gefangen genommen und verzehrt.
Martin starb auf einer Missionsreise und wurde am 11. November 397 beigesetzt, deshalb fällt der Martinstag auf diesen Tag.
Warum an diesem Tag unzählige Martinsgänse oder Martinigansl verzehrt wurden und werden, liegt daran, dass der Martinstag der Hauptzinstag war: Das neue Wirtschaftsjahr des Bauern begann, an das Gesinde wurde die Löhne bezahlt, Pachtverträge wurden geschlossen, Steuern abgeführt, Knechte und Mägde konnten den Dienstherrn wechseln. Zu Martini wurde das Vieh geschlachtet, das aus Kostengründen nicht den ganzen Winter hindurch gefüttert werden konnte: dazu gehörten die Gänse; so ergab sich der Brauch, am Martinstag, vor dem Fasten im Advent, Gänsebraten zu essen. Die Gans oder ein Huhn war auch eine bevorzugte Zinsbeigabe an den Grundherrn; Tribute waren oft bezahlbar in Form von Gänsen.
Gefeiert wird der Martinstag heute vielerorts mit einem Laternenumzug, bei dem die Kinder selbst gebastelte Martinslampen oder –fackeln tragen und singend durch ihren Ort ziehen. Oft stellen verkleidete Personen, den hl. Martin und den Bettler dar. Mit der Mantelteilung findet der Laternenumzug seinen Abschluss.
Martini leitete den Winter ein. Auf dem Lande begann mit der Beendigung der Feld- und Gartenarbeit eine ruhigere Zeit, die der winterlichen Ruhezeit der Natur entsprach. Die langen Abende wurden zu Arbeit und Geselligkeit genutzt. Nach der Stallarbeit und dem Nachtessen fanden sich die Hausbewohner, dazu oft Nachbarn und Bekannte, zu kleineren Arbeiten in der warmen Stube zusammen. Männer und Burschen reparierten Gerätschaften, flochten Strohbänder, richteten Weide für Körbe her, banden Besen, haspelten das Garn oder machten sich anders nützlich. Frauen und Mädchen saßen am Spinnrad, flickten, nähten oder strickten. Gleichzeitig verlasen Kinder Bohnen, Erbsen und Linsen. Mädchen wurden ins Spinnen eingewiesen, was schon mit sechs, sieben Jahren geschah.
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