Trigger
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verfasst
am 02.07.2003 um 00:00:00 Uhr | Titel: Der Reis und die Götter
Die Geschichte vom Reis beginnt vor mehr als 6000 Jahren in China. Von dort breitete er sich in alle feucht-warmen Regionen Asiens aus und wurde rasch zur Nahrungsgrundlage. Die Geschichten reichen sehr weit zurück und erzählen zuerst von Göttern und sehr viel Blut. Die Parallele liegt auf der Hand: Beide beherrschen das Leben der Menschen.
Ein Mythos auf Borneo erzählt, wie die Tochter des Schöpfergottes von ihrer Mutter getötet wurde, um die Hungersnot der Bevölkerung zu lindern. Die Mutter zerstückelte den Leichnam und pflanzte die Teile am Fluß ein. Aus dem Kopf wuchs die Kokosnuß, aus den Armen das Zuckerrohr, aus den Knien Taro (eine stärkehaltige Knollenpflanze) und aus dem Blut der Reis. Die meisten Mythen erzählen, wie die Menschen den Reis durch schwere Opfer den Göttern abtrotzten. Nur wenige Götter gaben so freiwillig wie das Götterpaar auf Bali, die den Reis vom Himmel auf die Erde sinken ließen.
In Europa gibt es keine Geschichten vom Reis und schon gar keine göttlichen. Dafür lernten die Europäer ihn zu spät kennen. Die Griechen, die ihm den Namen "oryza" gaben, erfuhren von ihm durch Alexander den Großen. Der Anbau von Reis im Mittelmeerraum begann erst viel später, ab dem 7. Jahrhundert.
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