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"konfitüre"

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Trigger

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verfasst am 13.06.2003 um 00:00:00 Uhr | Titel: "konfitüre"

in einem wald am rande der welt lebte einst eine alte frau. noch nie hatte jemand sich hierher verirrt - und doch hatte sie nicht das gefühl, einsam zu sein.
mit einem kleinen, quicklebendigen hund – marmel gerufen – teilte sie ihre zeit. marmel ging tags – auf der lichtung vor der hütte – auf schmetterlingsjagd und hielt am abend, wenn baumriesen aus der dunkelheit ragten, mit lauthalsem gebell böse geister fern.
tag und nacht – bis der erste schnee fiel – zog das weiblein durch wald und wiesen, sammelte beeren und früchte. und wenn sie abends mit marmel heimkehrte, lag bald ein süsser schwerer duft in der luft. die rehlein kamen mit feuchtem grossen blick und umstellten die hütte. letztlich wurden es so viele, dass marmel aufgab, sie zu vertreiben. dann kam das weiblein, tat mit grosser kelle die dampfende konfitüre auf und lauschte mit freude (denn ihre augen waren nicht mehr so gut) dem geschlabber.
was übrig blieb schüttete sie in töpfe und wenn der erste schnee kam füllte sie ein fässchen und trug es viele tage weit ins dorf, wo sie all das, was marmel und sie das jahr über brauchten, eintauschte.
an einem strahlend blauen abend im spätherbst war das weiblein ausgezogen, um feuerholz zu holen (dumpf hallten ihre schläge durch den forst, die vöglein krallten sich an ihre nester, als könnten sie so den stamm gegen die schwerkraft halten).
marmel war allein und bewachte den großen über dem feuer blubbernden früchtetopf. heute duftete es besonders gut. marmel schob seinen schwarzen schnupper immer weiter über den rand.
als das weiblein nach einbruch der dunkelheit heimkehrte, war marmel nicht mehr da. das mütterchen lief in die nacht und rief, bis es keine stime mehr hatte – marmel blieb verschwunden.
dann war es wieder so weit. der erste frost kroch in den waldboden. die alte füllte ihr fässchen, um den weg ins dorf zu machen.
als sie grad den deckel auftun wollte, erstarrte sie. im fass stak ein knöchelchen – marmel! das also war aus ihm geworden.
sie hob an zu wehklagen. was sollte sie nur tun? schweren herzens machte sie sich auf den weg. als letzten gruss an ihren kleinen freund schrieb sie in grossen Buchstaben "marmel ade!" an das fässchen.
die dörfler lobten, dass diese "marmel ade" heuer besonders gut sei – und seither heisst konfitüre auch marmelade.


© Jörn Berg




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"Geld regiert die Welt. Danach sieht sie auch aus."



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