Trigger
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verfasst
am 25.11.2003 um 00:00:00 Uhr | Titel: die verschiedenen Minze - Sorten
Minzen begeistern seit Jahrtausenden die Menschen. In ihren Blättern befindet sich ein ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil meist das Menthol ist. Rund 20 Minzearten sind hauptsächlich in den gemäßigten Zonen Europa Vorderasiens, Nordafrikas und Nordamerikas verbreitet. Durch Kreuzung und Bastardisierung ist eine verwirrende Vielfalt an Minzevarietäten entstanden Für die küchenpraktische Verwendung sind heute vor allem die Pfefferminze und Grüne Minze von Bedeutung.
Um die schwierigen Verwandschaftsverhältnisse zu erklären, sollen zunächst die Vorfahren der wichtigsten Arten vorgestellt werden.
Die Wasser- oder Bachminze ist heute noch als Wildform in Europa zu finden. Sie lässt sich durch Samen vermehren, wächst an feuchten Standorte und verträgt Schatten. Ihre grünroten Blätter verströmen ein zartes Aroma. Wegen ihres strengen Geschmacks hat sie kaum noch küchenpraktische Bedeutung.
Die Ross- oder Pferdeminze wächst ebenfalls noch wild in Europa. Die Pflanze hat länglich schmale, graue Blätter und purpurfarbene Blütenähren. Küchenpraktisch ist sie ohne Bedeutung.
Die Ackerminze ist auch wildwachsend zu finden. Charakteristisch ist die Form ihrer Blütenstände, die sie - zusammen mit der Wasserminze und der Poleiminze - von allen anderen Minzearten unterscheidet: Ihre Blüten stehen in den Achseln der Blätter quirlig angeordnet, im Gegensatz zu den sonst üblichen endständigen, ährenförmigen Blütenständen. Ihre eiförmig- elliptischen, vorne etwas zugespitzten Blätter sind dunkelrot überlaufen und leicht gekerbt oder gesägt.
Von der Wildform Rundblättrige Minze stammen verschiedene Arten ab, von denen die Apfelminze küchenpraktisch von Interesse ist. Sie weist große behaarte grüne Blätter auf. Man verwendet sie für erfrischende Getränke.
Unter dem englischen Namen Spearmint ist eine leicht behaarte Minzeart mit länglichen Blättern und dem typischen Kaugummiduft bekannt. Typisch für sie ist die Verarbeitung zu Minzsauce; sie wird auch zu Lammgerichten gereicht. Sie wird oft verwechselt mit Grüner Minze. Charakteristisch ist die fehlende Behaarung ihrer frischen grünen Blätter, lediglich die Nerven der Blattunterseiten tragen einzelne Haare.
Krause Minzen gibt es verschiedene. Von der Grünen Minze stammen die meisten Kultivare ab. Mit ihren gekrausten, leuchtend grünen Blättern sind sie sehr dekorativ. Die bekannteste aller Minzearten ist die Pfefferminze. Sie ist als Bastard aus der Wasserminze und der Grünen Minze hervorgegangen Die Pfefferminze ist die wichtigste Kulturform aller Minzen. Als sterile Pflanze vermehrt sie sich vegetativ durch Ausläufer. An den Sprossen sitzen die gestielten, eiförmigen, behaarten Blätter, aus denen durch Wasserdampfdestillation das für die Industrie wichtige Pfefferminzöl gewonnen wird. Es riecht durchdringend aromatisch, schmeckt zuerst brennend, dann kühlend und wird für Essenzen, Liköre und Süßwaren weiterverarbeitet. Im Erwerbsanbau spielt die Sorte Mitcham eine wichtige Rolle.
Von der Pfefferminze stammt die Orangen-/Bergamottminze ab, die sich durch den fehlenden Mentholgehalt auszeichnet. Sie hat rotgrüne Blätter und ein fruchtiges Aroma, das an Bergamott-Orange und Earl-Grey-Tee erinnert. Variationen der Orangenminze sind die Limonenminze, die nach Limonenschale duftet und rotgrüne Blätter hat sowie die Kölnisch-Wasser-/Eau-de-Cologne-Minze. Diese verströmt einem dem gleichnamigen Parfum ähnlichen Duft und ist etwa größer als die Orangenminze. Sie hat glatte, aromatische, purpurgerändert dunkelgrüne Blätter an rötlichen Stengeln.
Die Poleiminze enthält als einzige Minzeart das giftige Pulegon, deshalb ist Achtung vor ihr geboten. Sie hat leuchtend grüne Blätter und purpurfarbene Blüten.
Neben den Minze-Arten gibt es innerhalb der botanischen Familie der Lippenblütler noch Pflanzen anderer Gattungen, die aufgrund einer Mentholkomponente geschmacklich mit den Minzen vergleichbar sind: Die Bergminzen und die Katzenminzen. Die Bergminze wird auch Bergmelisse, Bergthymian oder Waldquendel genannt. Die ausdauernde Pflanze wächst in Mittel- und Südeuropa bis zur Südwest-Ukraine in lichten Wäldern. Ihr kurzer, kriechender Wurzelstock bringt aufrechte, verzweigte, vierkantige Stengel mit gestielten, leicht gekerbten Blättern hervor. Ihre Blüten sind violett bis purpurfarben. Sie wurde im mittelalterlichen England als Salatpflanze kultiviert. Die Gartenbergminze, auch Grossblättriger Steinquendel genannt, hat eine flachwachsende, aromatische Staude mit gestielten, breit ovalen, behaarten, leicht nach unten gebogenen Blättern. Sie blüht mit rosa Lippenblüten und hat ein angenehm aromatisches Minzearoma, welches in Tee besonders gut zur Geltung kommt. Die Römische Minze ist eine in Italien wildwachsende, sich an Mauern anlehnende Pflanze mit rosa Blüten. Sie darf in einigen Gerichten der Landesküche nicht fehlen. Die amerikanische Bergminze stammt aus Nordamerika, wo ihre Blätter und Blütenknospen zum Würzen von Speisen verwendet wurden. Sie hat lange, schmale, behaarte Blätter und weiße Blüten. Ihr Minzearoma ist besonders streng.
Die Katzenminze übt auf Katzen magische Wirkung aus. In Frankreich wird sie zum Würzen von Salatsaucen verwendet.
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