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Der Rumtopf

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DiscoSpice7

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verfasst am 19.11.2003 um 00:00:00 Uhr | Titel: Der Rumtopf

Das Einlegen von Früchten in Alkohol ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern stammt aus Jahrhunderten, in denen das Haltbarmachen noch ein Problem war. Auch hier ist aus der Not eine Tugend geworden, denn der gut abgelagerte, aromatische Rumtopf ist viel mehr als nur eine Sammlung gemischter Früchte. Er hat seinen eigenen, unnachahmlichen Duft und seinen eigenen, unvergleichlichen Wohlgeschmack, in dem sich die Aromen des Sommers harmonisch vereinen.

Begonnen wird mit den Erdbeeren im Mai und das Ende sind dann die späten Obstsorten im Oktober. In regenreichen, kühlen Sommern muss man evtl. auf den Rumtopf verzichten. Die Früchte eignen sich dann nicht dafür und verderben meist auch bei sorgfältigster Vorbehandlung.

Viele haben eine gewisse Scheu vor der Zubereitung eines Rumtopfes, weil es landläufig als schwierig angesehen wird - ist aber nicht so! Bei Beachtung einiger Grundregeln gelingt der Rumtopf ganz leicht.
absolute Sauberkeit aller Geräte, Gefäße und Materialien, die mit dem Inhalt des Rumtopfes in Berührung kommen
alle Früchte für den Rumtopf müssen vollreif und ohne jeden Fehler sein
je besser der Alkohol, desto besser der Rumtopf (es muss übrigens nicht immer Rum sein, wer, den Rumgeschmack nicht liebt, kann ohne weiteres Wodka oder Weinbrand verwenden, nur hochprozentig, mindestens 54%, muss der Alkohol sein)
Es eignen sich Gefäße aus Steingut, Porzellan oder auch Glas. Sie sollten aber schon etwas größer sein und mindestens 5 Liter fassen und gut zu verschließen sein.

Auch sollte der Rumtopf kühl aufbewahrt werden und keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein!

Das Gefäß wird peinlichst gesäubert, ausgespült und ausgetrocknet.

Alle Beeren und Früchte werden gewaschen und abgetrocknet. Sollten dabei einige verletzt werden, werden sie aussortiert.

Die erste Einlage besteht aus Erdbeeren. Entstielt, gut gewaschen und abgetropft werden sie in einer Schüssel vorsichtig mit Zucker gemischt (je 1000 g Früchte rechnet man 1 kg Zucker) - zugedeckt mindestens eine Stunde kühl stellen, damit sie gut durchziehen. Erst dann füllt man sie als erste Schicht in das Gefäß und übergießt sie mit soviel Rum, dass die Flüssigkeit etwa 2 cm über den Früchten steht. Das Gefäß wird mit Einmachfolie oder Pergamentpapier gut verschlossen und an einen kühlen, dunklen Ort gestellt.

Bis zur dritten Einlage Obst und Zucker zu gleichen Teilen zugeben, danach wird der Zucker halbiert, also 1 Teil Früchte, 1/2 Teil Zucker!

Zu beachten ist ebenfalls, das nur im Abstand von 14 Tagen neue Früchte dazu kommen sollten - egal, wie viele Fruchtsorten gerade nachgereift sind!

Im Laufe des Sommers bieten sich dann viele Früchte als Einlagen an:
Mai bis Juni: Erdbeeren, Süßkirschen (nicht entsteinen!), Zuchtblaubeeren,
Juni bis Juli: Himbeeren, Sauerkirschen (nicht entsteinen!), Stachelbeeren, Johannisbeeren, halbierte, entsteinte Aprikosen, Pfirsiche (vorher blanchieren und enthäuten und nur sehr feste Sorten verwenden)
Juli bis August: rote und schwarze Johannisbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, halbierte, entsteine Nektarinen, feste Zuckermelonen, in große Würfel geschnitten
August bis September: Aprikosen, Pfirsiche (entsteint und halbiert oder geviertelt), Mirabellen, feste Weintrauben, halbierte Pflaumen
September bis Oktober: Birnen (geschält, ohne Kerngehäuse, in Stücke geschnitten)
Möglich sind auch Ananas, in Stücken, Kiwi, wenn sie fest sind und Papaya.

Nicht in den Rumtopf kommt Rhabarber, Waldblaubeeren und Äpfel!

Himbeeren und Brombeeren nur aus dem eigenen Garten, frisch gepflückt und fest! Diese Beeren schimmeln sehr leicht.

Bei jeder neuen Einlage gilt die Grundregel: halb soviel Zucker wie Früchte - soviel Rum zugießen, dass er 2 cm über den Früchten steht - Gefäß wieder sauber und fest verschließen (wenn nötig, Einmachfolie oder Pergamentpapier erneuern). Wenn die Früchte zu schwimmen beginnen (weil sie einen Teil ihres Saftes an die Flüssigkeit abgegeben haben), empfiehlt es sich. einen Teller auf die Früchte zu legen (mit der Unterseite nach oben, gegebenenfalls etwas beschwert).

Zwei bis drei Wochen nach Einlage der letzten Früchte gießt man noch etwa 0,5 L Rum an und stellt den Topf endgültig zum Reifen an einen kühlen. dunklen Ort.

Anfang Dezember ist es dann soweit: Es darf probiert werden! Am besten mit einem Schöpflöffel aus Glas oder Porzellan (Bowlenlöffel), der für diesen Zweck reserviert bleibt. Nach jeder Kostprobe wird der Rumtopf wieder sorgsam verschlossen und hält sich, bei sachgerechter Lagerung bis zur Faschingszeit und länger - wie lange, hängt von der Häufigkeit der Kostproben ab!!



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