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eingetragen am 22.12.03
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H.R. 's Old Texas Chilli Con Carne
Das Beste Chilli der Welt!!!!!

Foto Rezept H.R. 's Old Texas Chilli Con Carne

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Zutaten für Portionen
1 Stk Weißbrot
800 g gehackte Tomaten (Dose)
250 g geriebener Käse
750 g Kidney-Bohnen
1 kg Rinderhack
1 Stk rote Paprika
100 g Frühlingszwiebeln
60 g Staudenselerie
170 g Zwiebel
500 g passierte Tomaten (Dose)
g Olivenöl
2 Stk Lorbeerblätter
Stk frisch gemahlener Pfeffer
12 Stk Peperoncino
3 TL Tabasco
2 EL Salz
2 EL Paprika (edelsüß)
2 TL Kümmel (gemahlen)
2 TL Muskat (gemahlen)
2 TL Oregano (gerebelt)
40 g Knoblauch

Zubereitung: Zuerst möchte ich an dieser Stelle ein paar aufklärende Worte über das Originalrezept verlieren: Die vorliegende Rezeptur ist eine abgewandelte Version des "LBJ's Old Texas Chilli Con Carne". Die Initialen L.B.J stehen hierbei für Lyndon Baines Johnson. Für alle, die während des Geschichtsunterrichts lieber Inselwitze zeichneten: Lyndon B. Johnson wurde nach der Ermordung J.F.K's dessen Nachfolger (36. Präsident der USA, 1963-1969).

John F. McGarrys, der damalige Küchenchef im Weißen Haus: "Johnson war Texaner durch und durch, und er liebte Chilli. Also fuhr ich für ein Wochenende nach Texas, suchte nach dem besten Rezept und kochte es für ihn. "

Hier ist es also, das "beste Rezept". Naja, dem Original fehlte doch etwas an Pep, also habe ich mich der Sache angenommen und ein Chilli hingezirkelt, das dem alten Knaben Lyndon bestimmt die (Freuden- )
tränen in die Augen getrieben hätte: H.R.'s Chilli Con Carne.
Übrigens: Die Schärfe dieser Version wurde von den überlebenden Testpersonen als angenehm beschrieben. Empfindliche Zeitgenossen (Weicheier) sollten jedoch die Anzahl der Peperoncino auf 6-8 reduzieren. Zur Erinnerung: Die kleine, sehr scharfe Pfefferschote aus Italien heißt
dort nicht umsonst "diavoletto" (Teufelchen). Sie ist rot wie der Höllenschlund und feurig wie
Luzifer persönlich. Man heizt mit Peperoncino "von innen", wenn in den Wintermonaten das Kaminfeuer nicht ausreicht. Es ist also ratsam, vorsichtig mit diesem mörderisch-scharfen Gewürz umzugehen. Damit keine Mißverständnisse aufkommen: Die von mir verwendeten Peperoncino von Feinkost Spina sind getrocknet, also verschrumpelt und haben eine Länge von 2, bis maximal 3 cm.
So, genug gelabert, es kann losgehen. Ein Arbeitssklave wird mit der Vorbereitung des Gemüses beauftragt: Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Paprika und der Staudensellerie werden nach entsprechender Vorbehandlung fein gewürfelt. Um nicht Heerscharen von Leuten zum Schneiden zu beschäftigen, die nachher sowieso nur mitessen wollen, nehme ich meine Küchenmaschine zur Hand und zerballere das Gemüse inklusive Knoblauch zu einem fast matschähnlichen, bunten Brei. Alle anderen müssen eben mit Messer, Gabel, Schere, Licht und Knoblauchpresse zu Werke gehen. (Alternativ: 2 Glas Ajvar, scharf)
Nun nimmst Du einen ansehnlichen Topf (muß in Deinen Backofen reinpassen!) und gibst gut Olivenöl
hinein. Ich nehme an dieser Stelle einen ovalen Bräter aus Edelstahl, da die ganze Sache am Schluß
ja noch mit Käse überbacken wird. Wenn das Öl heiß ist, gibst Du das atomisierte Gemüse und die Lorbeerblätter unter leichtem Zischen in den Topf Sollte das Öl nach einer Wartezeit von ca. 30 Minuten noch nicht heiß sein, hast Du den Kühlschrank mit dem Ofen verwechselt. So geht das nicht, also wirklich. Sollten auch noch die Lorbeeren vergriffen sein, ruf einfach Deinen Chef an und ernte welche (natürlich nur, wenn's was zu ernten gibt). Die Gemüsemischung wird ungefähr 10 Minuten unter Rühren gut durchgeschwitzt, braune Zwiebeln sind aber unbedingt zu vermeiden.
Wenn das Gemüse völlig mit den Nerven fertig ist, beruhigst Du es erst einmal durch Zugabe de_ Hackfleisches. Das Hackfleisch wird mit dem Gemüse so lange gebraten, bis es krümelig zerfällt.
Auch hier gilt, wie beim Auto: Ölstandskontrolle ist wichtig. Wenn's am Topfboden anpappt, Hitze reduzieren und mit Öl die Leitfähigkeit erhöhen (der Ingenieur spricht hier gerne von "einer Reduzierung des Reibungskoeffizienten").

Nun wird erst einmal gewürzt: 2 TL Muskat, 2 TL Kümmel, 2 EL Oregano und 2 EL Paprika zur Hackfleisch- Gemüsemischung geben und umrühren (zischel). Gleich danach kannst Du den Inhalt der Tomatendosen und das Tomatenpüree mit hinein kippen. Achja: Die Dosen müssen vorher geöffnet werden, dann klappt es. Und wieder gilt: Umrühren!
Jetzt geht es ans Eingemachte. Mit Hilfe eines Mörsers (1. siehe unten) kreieren wir aus den Peperoncino unser Chillipulver. Von Hammer und Meißel möchte ich jedoch abraten, das geht auf Dauer nicht gut. Schließlich gibst Du das höllische Zeug und die 3 TL Tabasco in den Topf und
regelst anschließend Deine Erbschaftsangelegenheiten. Während Du Dein Testament aufsetzt oder Deine Mutter anrufst, wird das potentielle Chilli eine Stunde auf kleiner bis mittlerer Stufe geschmort,
damit sich die Geschmackskomponenten entfalten können (immer wieder einmal umrühren!).

Ungefähr 20 Minuten vor Ende der Garzeit öffnest Du die Bohnendosen, kippst den Inhalt in Deinen Topfund rührst die Kidneys sauber unter: Wer auf Bohnen steht und ein eigenes Schlafzimmer hat,
der kann bis zu einem Kilo Bohnen hinzugeben, blähungsempfindliche Gemüter dürfen den Bohnengehalt auch auf 500g reduzieren. Hast Du Dich für die lkg- Variante entschieden, solltest Du nach dem Essen einen Strick um Deinen Knöchel binden, damit man Dich am nächste Morgen ohne großen Aufwand von der Decke holen kann.

Vorbereitend wird schon einmal der Käse gerieben, bzw. geschnetzelt. Vorgeriebene Ware mit Plastiktüten-Charme ist hier allerdings nicht angebracht. Faulheit muß nicht immer siegen. Da die letzte Stromrechnung zu niedrig war, wird gleich der Backofen auf 150 Grad vorgeheizt.

Wenn die Erbfolge geklärt wurde, schmeckst Du die Pampe so lange mit reichlich Salz und Pfeffer ab, bis dieses "dafehltdochnochetwas-Gefühl" weg ist. Ich möchte an dieser Stelle nicht verheimlichen, daß ich auch hier gerne zum Single Malt Whisky greife und den ein oder anderen Schluck in der roten Tunke versenke.
Jetzt kommt ein amüsantes Spiel für die ganze Familie: Da wir keine Giraffen verpflegen, müssen wir die Lorbeerblätter aus unserem Chilli entfernen. Lohn der Angst: Wer ein Blatt findet, darf es ganz alleine wegschmeißen (juhu!).
Der letzte Akt: Chilli vom Feuer, bzw. Ceranfeld nehmen und noch einmal schön durchrühren. Dann wird der im vorletzten Akt geriebene Käse gleichmäßig über unsere feurige Mischung gestreut und
für etwa 10 Minuten im Vorgeheizten Backofen bei 150 Grad überbacken. Braun werden sollte der Käse dabei allerdings nicht.

Fertig! Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der unschuldig geschmolzene Käse auf der Oberseite unseres Chillis verdeckt nur mühsam die explosiven Eigenschaften dieser Leckerei. Achtung: Es soll auch schon zu Selbstentzündungen gekommen sein (Feuerwehr.Notruf: 112). Serviert wird aus dem Topf mit frischem Weißbrot und kräftigem, dunklen Bier um innere Kleinbrände zu bekämpfen. Wein kannst Du getrost vergessen, da dieser Power nicht einmal ein "Brunello" gewachsen ist.
Übrigens, wundere Dich nicht. Ein gutes Chilli brennt zweimal: Beim Eindringen in den menschlichen Körper und beim Verlassen. : - )

Gutes Gelingen!


(1) Mörser (Gerät): [der; lat.] ein schalenförmiges Gefäß aus Porzellan, Glas, Achat oder Metall, in dem mit einem Kolben Stoffe fein gestoßen werden.


Rezeptinfo Schlagwörter / Tags
SchwierigkeitAnfänger
Kostengünstig
LandUSA
Zubereitungsartkochen
 
Chilli    
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Kommentare zum Rezept
» Bibi_Adler am 22.12.03 19:37:54
(Notizen eines unerfahrenen Chili-Testers, der seinen Urlaub in Texas verbrachte.) Kürzlich wurde mir die Ehre zuteil, als Ersatzpunktrichter bei einem Chili-Kochwettbewerb zu fungieren. Der ursprüngliche Punktrichter war kurzfristig erkrankt und ich stand gerade in der Nähe des Punktrichtertisches herum und erkundigte mich nach dem Bierstand, als die Nachricht über seine Erkrankung eintraf. Die beiden anderen Punktrichter (beide gebürtige Texaner) versicherten mir, daß die zu testenden Chilis nicht allzu scharf sein würden. Außerdem versprachen Sie mir Freibier während des ganzen Wettbewerbes und ich dachte mir PRIMA, LOS GEHT´S! Hier sind die Bewertungskarten des Wettbewerbes: Chili Nr 1: Mike`s Maniac Mobster Monster Chili Richter 1: Etwas zu tomatenbetont; amüsanter Kick Richter 2: Angenehmes, geschmeidiges Tomatenaroma. Sehr mild. Edgar: Ach Du Scheiße! was ist das für Zeug!? Damit kann getrocknete Farbe von der Autobahn lösen!! Brauchte zwei Bier um die Flammen zu löschen; ich hoffe, das war das Übelste! Diese Texaner sind echt bescheuert! Chili Nr. 2: Arthurs Nachbrenner Chili Richter 1: Rauchig, mit einer Note von Speck. Leichte Peperonibetonung Richter 2: Aufregendes Grill Aroma, braucht mehr Peperonis um ernst genommen zu werden. Edgar: Schließt dieses Zeug vor den Kindern weg! Ich weiß nicht, was ich außer Schmerzen hier noch schmecken könnte. Zwei Leute wollten mir erste Hilfe leisten und schleppten mehr Bier ran, als sie meinen Gesichtsausdruck sahen. Chili Nr. 3: Fred´s berühmtes 'Brennt die Hütte nieder Chili' Richter 1: Exzellentes Feuerwehrchili! Mordskick! Bräuchte mehr Bohnen. Richter 2: Ein Bohnenloses Chili, ein wenig salzig, gute Dosierung roter Pfefferschoten. Edgar: Ruft den Katastrophenschutz! Ich habe ein Uranleck gefunden. Meine Nase fühlt sich an, als hätte ich Rohrfrei geschnieft. Inzwischen weiß jeder was zu tun ist: bringt mir mehr Bier, bevor ich zünde!! Die Barfrau hat mir auf den Rücken geklopft; jetzt hängt mein Rückgrat vorne am Bauch. Langsam krieg' ich eine Gesichtslähmung von dem ganzen Bier. Chili Nr. 4: Bubba`s Black Magic Richter 1: Chili mit schwarzen Bohnen und fast ungewürzt. Enttäuschend. Richter 2: Ein Touch von Limonen in den schwarzen Bohnen. Gute Beilage für Fisch und andere milde Gerichte, eigentlich kein richtiges Chili. Edgar: Irgendetwas ist über meine Zunge gekratzt, aber ich konnte nichts schmecken. Ist es möglich einen Tester auszubrennen? Sally, die Barfrau stand hinter mir mit Biernachschub; die hässliche Schlampe fängt langsam an HEIß auszusehen; genau wie dieser radioaktive Müll, den ich hier esse. Kann Chili ein Aphrodisiakum sein? Chili Nr. 5: Linda´s legaler Lippenentferner Richter 1: Fleischiges, starkes Chili. Frisch gemahlener Cayennepfeffer fügt einen bemerkenswerten kick hinzu. Sehr beeindruckend. Richter 2: Hackfleischchili, könnte mehr Tomaten vertragen. Ich muß zugeben, daß der Cayennepfeffer einen bemerkenswerten Eindruck hinterläßt. Edgar: Meine Ohren klingeln, Schweiß läuft in Bächen meine Stirn hinab und ich kann nicht mehr klar sehen. Mußte furzen und vier Leute hinter mir mußten vom Sanitäter behandelt werden. Die Köchin schien beleidigt zu sein, als ich ihr erklärte, daß ich von Ihrem Zeug einen Hirnschaden erlitten habe. Sally goß Bier direkt aus dem Pitcher auf meine Zunge und stoppte so die Blutung. Ich frage mich, ob meine Lippen abgebrannt sind. Chili Nr. 6: Veras sehr vegetarisches Chili Richter 1: Dünnes aber dennoch kräftiges Chili. Gute Balance zwischen Chilis und anderen Gewürzen. Richter 2: Das beste bis jetzt! Aggressiver Einsatz von Chilischoten, Zwiebeln und Knoblauch. Super! Edgar: Meine Därme sind nun ein gerades Rohr voller gasiger, schwefeliger Flammen. Ich habe mich vollgeschissen, als ich furzen mußte und ich fürchte es wird sich durch Hose und Stuhl fressen. Niemand traut sich mehr hinter mir zu stehen. Kann meine Lippen nicht mehr fühlen. Ich habe das dringende Bedürfnis, mir den Hintern mit einem großen Schneeball abzuwischen. Chili Nr. 7: Susannes 'Schreiende-Sensation-Chili' Richter 1: Ein moderates Chili mit zu großer Betonung auf Dosenpeperoni. Richter 2: Ahem, schmeckt als hätte der Koch tatsächlich im letzten Moment eine Dose Peperoni reingeworfen. Ich mache mir Sorgen um Richter Nr. 3. Er scheint sich ein wenig unwohl zu fühlen und flucht völlig unkontrolliert. Edgar: Ihr könnt eine Granate in meinen Mund stecken und den Bolzen ziehen; ich würde nicht einen Mucks fühlen. Auf einem Auge sehe ich gar nichts mehr und die Welt hört sich wie ein großer rauschender Wasserfall an. Mein Hemd ist voller Chili, daß mir unbemerkt aus dem Mund getropft ist und meine Hose ist voll mit Lavaartigem Schiss und passt damit hervorragend zu meinem Hemd. Wenigstens werden sie bei der Autopsie schnell erfahren was mich getötet hat. Habe beschlossen das Atmen einzustellen, es ist einfach zu schmerzvoll. Was soll`s, ich bekomme eh keinen Sauerstoff mehr. Wenn ich Luft brauche, werde ich sie einfach durch dieses große Loch in meinem Bauch einsaugen. Chili Nr. 8: Helena´s Mount Saint Chili Richter 1: Ein perfekter Ausklang; ein ausgewogenes Chili, pikant und für jeden geeignet. Nicht zu wuchtig, aber würzig genug um auf seine Existenz hinzuweisen. Richter 2: Dieser letzte Bewerber ist ein gut balanciertes Chili, weder zu mild noch zu scharf. Bedauerlich nur, daß das meiste davon verloren ging, als Richter Nr. 3 ohnmächtig vom Stuhl fiel und dabei den Topf über sich ausleerte. Bin mir nicht sicher, ob er durchkommt. Armer Kerl, ich frage mich, wie er auf ein richtig scharfes Chili reagiert hätte.
» marga am 22.12.03 23:04:02
» raki132 am 23.12.03 11:02:03
is total lustig - ich habe aber das Gefühl, dass so bestimmte Texte immer wieder im Internet kursieren ... Der ChilliText war allein schon zwei Mal bei iCook: http://www.icook.de/wissen/magazin/details.php4?art=379 http://www.icook.de/wissen/magazin/details.php4?art=805
» Bibi_Adler am 23.12.03 13:46:54
Ohhh, das tut mir leid, denn ich hab ihn vorher ehrlich nicht hier gesehen. Und daher hab ich mir extra die Mühe gemacht und meine Pladde nach diesem Text durchstöbert. Naja, bleibt noch zu hoffen, dass er für einige Leser neu bzw. (wieder) unterhaltsam ist. Ich hab mich jedenfalls beim neuerlichen Durchlesen = Wünsch euch was
» raki132 am 23.12.03 13:51:35
no problem wollte nur der Vollständigkeit halber drauf hinweisen. Zur Zeit gibt's so viele Neue hier, die bestimmt nicht alle im "iCook-Archiv" stöbern und zu dem Gericht passte es ja gut als Komentar! Ich finde diese Szene auch immer wieder zum Beömmeln
» DiscoSpice7 am 23.12.03 14:08:34
ich hab´s auch noch net gelesen...
» katzennikki am 23.12.03 21:12:33
*beißindietischplatte* ich kannte es auch noch nicht
» Paperkite am 26.12.03 04:44:40
>Unterhaltsam? Deine Schmeilies sind Spitze, leider eben nicht von Dir... Aber das macht nix. Schönes Fest und trallala zum neuen Jahr.
» tigerente_80 am 22.05.04 13:46:10
Also wenn das kein Rezept ist!!??!!
» stefca am 21.11.07 19:33:55
ich bin einer der neuen und habe mich köstlichst amüsiert und nun werde ich das chilli probieren

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